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Goch

Kessels Krippenparadies

VON MICHAEL BAERS - zuletzt aktualisiert: 25.11.2011

Kessel (RP). Ab dem ersten Advent öffnet Theo Erps wieder jeden Sonntag das "Krippenparadies Gocherland". Seine Sammlung ist auf rund 400 Krippen angewachsen, es gibt Figuren aus nahezu allen denkbaren Materialien.

Theo Erps im hinteren Bereich des Lokals in Kessel. Hier finden die Besucher vor allem die kleineren Modelle.

Der durchschnittliche Deutsche besitzt eine Krippe, die er einmal im Jahr aus dem Keller oder vom Dachboden holt, um sie für die Weihnachtszeit aufzustellen. Theo Erps ist anders.

Der gebürtige Kesseler ist im Besitz von rund 400 Krippen. Und die stellt er auch nicht nur für die Adventszeit auf, sondern er präsentiert sie (nach Absprache) ganzjährig in einem Lokal in seinem Heimatort. Von diesem Wochenende an hat er wieder jeden Sonntag geöffnet. Unter anderem, um die neuesten Mitglieder in Erps' Krippenfamilie zu zeigen: acht 35 Zentimeter große Wachsfiguren aus einer Benediktinerabtei.

Von Kindesbeinen an war Erps schon fasziniert von Krippen und als er im Jahr 2007 in die Altersteilzeit wechselte, "ging das Sammeln so richtig los", sagt der 64-Jährige heute. Kurz bevor die Adventssaison im "Krippenparadies Gocherland" startete, war er noch auf der Tagung des Bayrischen Krippenverbandes. Ob Erps von dort weitere Neuzugänge mitgebracht hat, war bis Redaktionsschluss nicht bekannt. Die Wahrscheinlichkeit allerdings ist hoch.

Info

Krippenchronik

1992 war Theo Erps zu Besuch auf dem Münsteraner Weihnachtsmarkt und knüpfte erste Kontakte. Seine erste Krippe kaufte er im Jahr 1993, eine "Mooreichengrotte" mit der heiligen Familie, Ochs' und Esel.

Im Jahr 2004 wurde bereits der heimische Keller für Privatführungen genutzt.

2007 wechselte Erps in die Altersteilzeit und frönte seiner Sammelleidenschaft.

Im Jahr darauf, also 2008, erfolgte der Umzug der Krippen aus dem Keller in das ehemalige Lokal einer Kesseler Metzgerei.

So ist auch zu erklären, warum der Sammler inzwischen deutlich mehr Krippen besitzt, als er auf den 60 Quadratmetern der ehemaligen Metzgerei in Kessel ausstellen kann. Seine erste Krippe ist zwar nicht hier zu sehen, weil er die "Mooreichengrotte" nach dem Kauf 1993 gleich im Folgejahr gegen eine 2er-Kombination tauschte. Die wiederum können die Besucher sehr wohl in Kessel bewundern. Aus Ahorn ist sie, und die heilige Familie, Ochs' und Esel haben im Laufe der Jahre Zuwachs bekommen.

Wobei damit nicht etwa der Heiland gemeint ist, sondern dutzende weitere Figuren. Vom Kamel bis zum Jäger inklusive Hochsitz gleich vor dem Stall – Erps präsentiert malerische Krippenlandschaften. Ob Miniaturkrippen, Kleinkrippen, Papierkrippen, Blockkrippen, unterschiedlichste Krippenställe oder die beschriebene Rifos-Landschaftskrippe – Erps hat sie alle. Und kennt auch die Geschichten rund um das jeweilige Modell, dessen Herkunft, die Entwicklung der verschiedenen Materialien, Trends. Und er ist nur allzu gerne bereit, dieses Wissen mit den Gästen zu teilen.

"Ich möchte den Besuchern die Vielfalt der Krippenkunst und -kultur näher bringen", erklärt er seine Motivation. Daher ist der Eintritt auch frei, Spenden, die zur Ausstellungserweiterung genutzt werden, sind dennoch gern gesehen. Am Sonntag, 27. November, geht es los, ab dann ist das Krippenparadies bis Mitte Januar immer sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.